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Das Wegeleitsystem im Tierpark Gettorf

Damit auch Sehbehinderte in den Genuss der Erlebnisvielfalt von Tierparks kommen können, startete unser Verein im "Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003" im

Tierpark Gettorf ein beispielhaftes Pilotprojekt. Dies geschah in Kooperation mit "BINGO! - Die Umweltlotterie" und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren des Landes Schleswig-Holstein.

Im Rahmen dieser Zielsetzung wurde eine hierfür geeignete Gehege-Beschilderung (Informationssystem) entwickelt und eine Wegeleitführung mittels eines Wegeleitsystems eingerichtet.

 

Erleben mit allen Sinnen

 Neben der speziellen Wegeleitführung bieten besondere Kopf- bzw. Gliedmaßenmodelle sowie Tiersilhouetten den Blinden und Sehbehinderten ein haptisches Heranführen an Form und Gestalt der Tiere. Ein "Duftgarten", sowie unsere spezielle "Insektenwiese" ermöglichen ein besonderes Geruchserlebnis.

Durch diese Vielzahl an eingesetzten naturpädagogischen Mitteln und die damit angesprochenen Sinne haben wir im Tierpark Gettorf besondere Möglichkeiten für das Erleben von Natur und die Integration von Blinden und Sehbehinderten als neue Besuchergruppe in Tierparks geschaffen.

 

Zwei Erfahrungs- bzw. Erlebnisstationen zur Entfaltung der Sinne nach Graubner (Summstein und Klangsäule) sind eingerichtet worden, um das "Hören" anschaulicher bzw. bewusster erlebbar zu machen. Die Klangsäule, die rechts neben dem Schildkrötenteich steht, wird oben mit etwas Wasser benetzt und mit der flachen Hand gefühlvoll, aber kräftig gerieben, um sie in Schwingungen zu versetzen.

Wer den Kopf in die Aushöhlung des Summsteins, der in der Nähe des großen Erdmännchen-Außengeheges angebracht ist, steckt und in verschiedenen Stimmlagen summt, findet "seinen" Ton, der Resonanz auslöst und den ganzen Körper von Kopf bis Fuß in eine Vibration versetzt.